Salzburg, März 2009
http://www.drehpunktkultur.at/txt09-03/0200.html
 
 
Cuvhaven, Februar 2009
 
Kammermusikalischer Höhepunkt beim Konzertverein
Bach, Beethoven, Brahms - klingt als Programm vielleicht zunächst recht konservativ, aber der „klassische" Zuhörer weiß mit Sicherheit, dass hier Kunstwerke höchster Qualität zu erwarten sind. Der Cuxhavener Konzertverein, dem man ohne Übertreibung große Kompetenz in der Auswahl seiner Künstler zu,sprechen kann, hat auch mit dem hyperionensemble aus Salzburg für einen kammermusikalischen Höhepunkt internationaler Güte in Cuxhaven gesorgt.
Hyperion müsste jedem Konzertbesucher jetzt auf der Zunge zergehen wie das raffinierteste Festtagsmenü, denn es ging tatsächlich um feinsten Genuss. Sympathisch und dynamisch nehmen die sechs Musiker die einfach bestuhlte Bühne ein und faszinieren ihr Publikum vom ersten Klang an. Es gibt kein Einspielen, kein vorsichtiges Ausprobieren - hier geht es gleich zur Sache!
Zwei Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli werden so bravourös gespielt, dass die Zuhörer immer wieder gespannt sein dürfen, welche musikalische Überraschung als nächste kommt. Johann Sebastian Bach hat in seinem Ricercar für sechs Stimmen schon für ordentliche Überraschungen gesorgt. Das hyperionensemble, ein Ensemble bestehend aus hochkarätigen Solisten, die sich einer Idee unterordnen, ohne ihre Charaktere aufzugeben, spielt einfach sensationell. Durchsichtig, wo die Polyphonie es verlangt. Dynamisch, wo der Spannungsverlauf es erwarten lässt. Geheimnisvoll, wo man neue Farbe ins Spiel holen will. Motive leuchten auf und verschwinden wieder, kommen von allen Seiten, aber erdrücken sich nicht gegenseitig. Und dann diese Schlussakkorde: gern vergleicht man derartige Streicherklänge mit einer Orgel, aber sie sind besser, sie sind erheblich lebendiger. Wenn schon das erste Werk eines Programms solch starke Wirkung hinterlässt, das übrigens nicht für eine bestimmte Besetzung geschrieben worden ist, dann kann man sich erst recht auf ein Beethoven-Quintett freuen, das für diese Streichinstrumente komponiert worden ist. Und hyperion war in seinem Element: Virtuos, künstlerisch durchdacht, unverbraucht und grandios überzeugend - einfach genial. Sie spielen mit einer Leichtigkeit und Genauigkeit, breiten die große Palette aller möglichen Gefühle aus, sind explosiv, wo Temperament gefordert ist, und sind emotional, als wäre Beethoven ihnen im Traum erschienen.
Beim hyperionensemble gibt es offensichtlich nicht - die typische Hierarchie, und das aus verständlichem Grund, denn alle sechs Musiker verfügen über außergewöhnliche künstlerische Fähigkeiten und Ausdrucksmöglichkeiten. So tauscht man beim Brahms-Sextett eben mal schnell die Rollen, übergibt beziehungsweise übernimmt eine neue Verantwortung, und diese Rotation wirkt sich aus. Jeder Musiker dieser Klasse hat eigene Vorstellungen, setzt eigene Akzente in seinem Spiel und beeinflusst damit auch die Interpretation eines Werkes.
Neue Besen kehren gut - auch der Brahms, dem wir gleiche Kompetenz unterstellen können wie Beethoven, wurde zum Genuss. Man braucht sich gar nicht darüber auszulassen, wie synchron die Passagen der Celli abliefen, oder dass alle Tempi überzeugend gewählt wurden, dass die Intonation blütenrein war und die Pizzicati präzise kamen. Für das hyperionensemble sind diese Dinge selbstverständlich und damit werden erhebliche Kräfte im künstlerischen Bereich frei.
Dieses delikate Menü sorgte für restlose Begeisterung! Und damit es nicht in einer Aufzählung von Superlativen verloren geht, nachfolgend die Namen der Künstler: Klara Fiedler und Werner Neugebauer (Violine), Firmian Lermer und Peter Langgartner (Viola), Detlef Mielke und Erich Oskar Hütter (Violoncello). Nach diesem Erfolg verabschiedete sich das hyperionensemble mit dem vierten „B" des Abends, einem Satz für Streichsextett von Alexander Borodin auf ein Wiedersehen!
 
Valencia, Palau de la Musica, März 2009
Más plenitud que fuerza
 
Forman el Hyperion Ensemble seis miembros de importantes orquestas austriacas y alemanas. De cuando hace cinco anos, tambien traidos por la Filarmbnica, debataron en ei Falau se recuerda ima Noche transfigurada muy equilibrada. En su regreso han dado otra demostracibn de que, por ejemplo, cuando en una partitura se lee la indicacibn forte, la connotacibn referente a la intensidad debe subordinarse al logro de un objetivo mucho mäs dificil: la plenitud sonora.
Tratändose de ungrupo c apaz de abordar gbneros tan infre cuentes como el quinteto yelsexteto de cuerdas, ei programa habia casi por obligaciön de intere sar a los hartos de oirlas mismas obras en versiones mäs o menos iguales una temporada tras otra cuando no un mestras otro o hasta dos veces en ei plazo de una sc mana. La pobre entrada que se registrb no hizo sino abundar en una sintomatologia muy preocupante no solo para esta benemerita sociedad musical, sino para ei estado de la difusibn de la mtisica entre nosotros.
El aperi6vo no pudo ser mäs exquisito. El Ricercare a 6 de la Ofrenda musical de Bach, en su aparente sencillez, esconde una dificultad bäsica, la claridad expositiva, cuya resolucibn da medidaseguradelacalidadtecnica de un conjunto. EI Hyperion dej6 constancia de poseerla en muy alto nivel. Tambibn de que para ellos ei virtuosismo no es un Ihn en si mismo.
La versibn delSegundo quinteto para cuerdas de Brahms que siguib wnfirmb con creces las expechativas. Sin un äpice de demagogia expresiva, se abrib con noble grandeza, pero In mejor ahi fue la continuaciön con una relajada exposicibn de1 segundo tema o ei rumor con que se entrb en ei desarrollo. Un efedo parecido pero en erden inverso se oyb en ei Adagio, donde la se,gunda variaciön tue encogiendo en volumen y brillantez como preparacibn para ei estallido de pasibnproducido en la tercera.
El Sexteto de Dvorak resultö especialmente instructivo sobre ei tbpico de considerar a este compositor una especie de epigono nacionalista del hamburgubs. Tras un Allegro moderato envuelto en una atmösfera de radiante amabilidad, la componente ritmica se subrayb, estable ciendo las oportunas diferencias, en la Dumka y ei Furiant. El tempo de este, como ya habia sucedido en ei Scherzo de Brahms, no se alterb en ei Trio, para bien de la fidelidad a la voluntad del autor y, por tanto, de la interpretacibn. En el Finale, laterceravariacibn se lleub de misterio, la cuarta de frescura y la stretta conclusiva, siempre sin incurrir en exageraciones, de fulgor.
Ojalá que anunciando deleites futuros, se ofreci6 como re galo ei movimiento inicial del Sexteto de Borodin.
 
Salzburg, März 2008
Erfreuliches Wiedersehen im Kammermusikzyklus der Stiftung Mozarteum: Das Hyperion Ensemble begeisterte Dienstag (4. 3.) im Wiener Saal. [mehr]
 
Mozartfest Schwetzingen 2007
Homogene Einheit im Dienste des Werkes
Sechs „Vollblutmusiker", zusammen das „Hyperion Ensemble", präsentierte die Schwetzinger Mozartgesellschaft zum 32. Mozartfest. Für die Matinee hatte das Ensemble drei Komponisten gewählt: Richard Strauß, Wolfgang Amadeus Mozart und Pjotr Iljitsch Tschaikowsky.
Gewinnt der Zuhörer bei Richard Strauß gelegentlich den Eindruck, er habe stets an den „schönsten Stellen" der Komposition eine Wendung vollzogen, so widerspricht das „Streichquartett F-Dur" die Einleitung zu seiner Oper Capriccio op. 85, diesem Eindruck. Diese, durchaus als „selbstständiges" Werk zu betrachtende Ouvertüre, erfüllt eine Doppelfunktion. Es ist sowohl Ouvertüre als auch Entree zur Oper.
Als Einleitung des Konzerts spielte das „Hyperion" diese Komposition in einer Interpretation von atmosphärischer Dichte. Leicht und lyrisch baute sich eine Spannung auf. Die exzellente und fein differenzierte Spielweise der Instrumentalisten verdeutlichte den Konversationscharakter der dann folgenden Oper.
Wolfgang Amadeus Mozart trug man Rechnung mit seinem Streichquintett C-Dur KV 515. In den vier Sätzen, Allegro, Andante, Menuetto Allegretto und Allegro, wurden die ganzen Gestaltungsmöglichkeiten, die Mozarts Musik bietet, auf spektakuläre Weise von Werner Neugebauer und Klara Flieder (Violine), Firmian Lermer und Peter Langgarter (Viola) Detlef Mielke (Violoncello) ausgelotet.
Danach schlag die Begeisterung im Publikum zum zweiten Mal hohe Wellen. Das dürfte die Musiker etwas über den leider mäßigen Besuch des Konzerts hinweggetröstet haben. Pjctr Ilitsch Tschaikowsy verbindet man bei den ersten Takten seiner Werke, augenblicklich mit seinen berühmten Balletten. Bei seinem Streichquartett „Souvenier de Florence d-Moll op.70", zu dem sich auch Erich Oskar Huetter (Violoncello) wieder ins Ensemble einreihte, bot sich ein ganz anderes Tschaikowsky„Hörgefühl".
Um mit Tschaikowskys eigenen Worten zu sprechen „Mich hindert nicht der Mangel an Ideen; sondern die Neuheit der Form". So seine Empfindungen während des Komponierens. Dass ihm dabei Probleme beschieden sein sollen, ist kaum vorstellbar. Vielleicht sah er die Problematik viel eher in der Besetzung des Stückes, das sechs gleichwertige Musiker verlangt?
Dieser Vorgabe wurde das Ensemble auf höchstem Niveau gerecht. Es zeichnete ein Italienbild voller Aussagekraft und Vielfalt. Noch etwas in der Oper verhaftet die ersten Töne, schwangen sich Geigen, Violen und Celli zu italienischer Leichtigkeit und Temperament auf. Über die Romantik von Cantilenen führten sie zu sinfonischem Format, der in einer Mischung aus folkloristischen Themen im letzten Satz, in einem furiosen Finale endete.
Obwohl jedes Instrument hier seinen Kompositionssträngen folgte, offenbarte sich hier nicht nur das fulminante Können der Musiker. Jeder ein Solist, bildeten sie eine homogene Einheit, einzig und allein im Dienste des Werkes. Ohne eine Zugabe ließ man die Künstler nicht vom Podium.
 
Hyperion-Ensemble zeigt sich erhaben und erhellend
Die Streichquintette lösen im Beethoven-Haus Begeisterungsstürme aus
Von Barbara Pikullik
Bonn. Der Namensvater des Ensembles ist eine erhabene Erscheinung: Hyperion, der Sonnengott. Es mag anmaßend erscheinen, dass sich ein Ensemble mit diesem Namen kürt. Doch wenn man es einmal gehört hat, löst sich jeglicher Vorwurf der Prätention in Schall und Rauch auf. Im Kammermusiksaal wirkte die Gegenüberstellung der beiden Streichquintette von Cherubini (mit verdoppeltem Cello) und Beethoven (mit verdoppelter Viola) überaus erhellend.
 
Das Ensemble fügte die unzähligen Motivsteine Cherubinis zu einem schillernden, homogenen Mosaik zusammen. Das Streichquintett op. 29 stellt, abgesehen von der Quintettfuge op. 137, Beethovens einziges originales Werk der Gattung dar. Ernsthaft, feinsinnig und dabei ruhig drängend gestalteten die Streicher den ersten Satz; den zweiten Satz spielten sie expressiv und gleichzeitig anmutig und schlicht. Brodelnd und glühend das Scherzo, das Finale virtuos, stürmisch und humoristisch.
 
Zurücknahme und erhöhte Wachsamkeit heißt die Devise. Dabei entstehen homogene Farben in den verschiedensten Nuancen. Vor allem die Pianissimo-Stellen rauben einem teilweise den Atem.
 
Am Ende schließlich Brahms' Streichsextett op. 36. Leidenschaftlicher Schwung bestimmte die Interpretation des viersätzigen Werkes. Die Musiker kleideten Brahms'sche Schwere in jugendliche Leichtigkeit, ohne oberflächlich zu wirken.
 
Die Rücknahme des Vibratos erwies sich als angemessener "Schlankmacher" und als ein Katalysator für unglaubliche Transparenz. Das Hyperion-Ensemble, das Begeisterungsstürme hervorrief, trägt seinen Namen zweifellos zu Recht.
 
und weiters .....
 
Hyperion Ensemble - Der Namensvater des Ensembles ist eine erhabene Erscheinung: Hyperion, der Sonnengott. Es mag anmaßend erscheinen, dass sich ein Ensemble mit diesem Namen kürt. Doch wenn man es einmal gehört hat, löst sich jeder Vorwurf der Prätention in Schall und Rauch auf. Das Hyperion Ensemble, das Begeisterungsstürme hervorrief, trägt seinen Namen zweifellos zu Recht.
General-Anzeiger Bonn
 
.. sechs verschiedene musikalische Temperamente saßen auf dem Podium, und so verlieh deren bei allem selbstverständlichen Zusammenwirken unterschiedliches Agieren der Musik zusätzlichen Reiz und zugleich sichtbares Vergnügen für den Besucher. Strawinsky war es gewesen, der in seiner "musikalischen Poetik" solch musikalische "Optik" mit dem Wesen der Interpretation verbunden wissen wollte. Eine Lehre ex cathedra im Zeitalter des CD-Konsums?
Als Zugabe erklang ein "Doppel-Streichtrio" von Joseph Haydn - das Echo-Trio hinter der Bühne, womit eben gesagtes seine fröhliche Bestätigung fand.
Oberbayerisches Volksblatt
 
Expressiv bis explosiv
SVZ 
 
An Kühnheit nicht zu überbieten
SVZ
 
Ein gewiss nicht alltägliches Erlebnis
SN 
 
...transzendent und doch voll da, schier sensationell gespielt
mit einer klangsprachlichen Dichte,
dass einem auch hier bange werden konnte...
SN 
 
stets flexible Klangbalance und stets präsente Phrasierung
Bonner Rundschau 
 
erstaunliche Perfektion
und beglückende musikalische Stimmigkeit
MZ
 
ein großartiges Ensemble
Kieler Nachrichten 
 
...technische Perfektion vom Feinsten
Landshuter Zeitung 
 
wunderbare Balance
zwischen Emotion und Intellekt
Kronenzeitung 
 
ein Streicherensemble mit Kraft und Farben
eines großen Orchesters
Kleine Zeitung